Lionel Smit

1982 (Pretoria, Südafrika)

Lionel Smit

1996-2000 Studium der Malerei, Skulptur und Druckkunst an der Pro Arte School of Arts in Pretoria, später ausschließlich der Malerei zugewandt. 2000 Auszeichnung mit dem Best Student Award der Hochschule. Seit 2001 internationale Ausstellungstätigkeit vor allem in Großbritannien, den USA, Südafrika und Irland.

2008 Auszeichnung mit dem Achievement Award der Pro Arte School of Arts, Pretoria.

Lionel Smit lebt und arbeitet in Kapstadt.


Lionel Smit

Fotoquelle: www.lionelsmit.co.za

Monumentale Gesichter

Der 1982 in Pretoria geborene und an der dortigen Pro Arte School of Arts zuerst als Bildhauer, dann als Maler ausgebildete Südafrikaner Lionel Smit kann trotz seiner kurzen künstlerischen Laufbahn schon auf eine beachtliche Zahl von Ausstellungen, Preisen und Ankäufen von privaten wie öffentlichen Sammlern zurückblicken.

Seine großformatigen Porträtgemälde fallen auf, drängen den Betrachter durch ihre sinnliche Präsenz gewissermaßen in die Defensive. En face oder im Profil stellt er die Gesichter seiner Modelle monumental – filmischen Nahaufnahmen vergleichbar – ins Bild. Die Dargestellten, Freunde oder auch Zufallsbekanntschaften des Künstlers, sind bei aller Monumentalität des Bildformats jedoch verschlossen wie in sich gekehrt präsentiert. Ihre Blicke gehen am Betrachter vorbei, nehmen keine Notiz von ihm. Auf den zweiten Blick irritiert ein gestischer Farbauftrag, der sich wie eine zweite Schicht von der fast naturalistischen Figuration zu lösen scheint. Malerischer Gestus, dynamische Pinselführung und die sich desintegrierende Farbmaterie lassen schnell erkennbar werden, dass es weniger um das detailgenaue Porträt, sondern um die Malerei, um ihren Schaffensprozess selbst geht, wie ihn Smit charakterisiert: „...ein Energieausbruch, der sich anfangs unkontrollierbar anfühlte“, um später zu einer Balance zwischen Spontaneität und malerischer Kontrolle zu gelangen.

„Kunstwerke stellen Überreste ihrer sie hervorbringenden Funken dar ... Malen ist für mich wie ein Freisetzen von Energie… und das fertige Gemälde nur die physische Manifestation. Eine Art Rückstand des eigentlichen Kunstwerks, das im Schaffensakt des Bildes selbst liegt.“ Der sensible Ausgleich zwischen der überbordenden Dynamik seines malerischen Prozesses und einer gewissenhaft am psychologischen Profil der Porträtierten orientierten Darstellung bringt die sinnliche Präsenz der Residue-Bildnisse hervor.

Sepp Hiekisch-Picard (Museum Bochum)

Lionel Smit hier zitiert nach Ausstellungskatalog Grande Provence Franschhoek 2009 (Übs. v. Verf.)

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