Dr. Min-Suk Yoon

Klinik für Neurologie und Stroke Unit

Chefarzt Prof. Dr. Min-Suk Yoon

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Öffnungszeiten Sekretariat:
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und 13:30 Uhr bis 16:30 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr und 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr

Evangelisches Krankenhaus Hattingen
Bredenscheider Str. 54
45525 Hattingen



Die Klinik für Neurologie

Die Klinik für Neurologie ist eine patientenorientierte Klinik, die das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungsbilder diagnostiziert und behandelt. Die Versorgung akuter neurologischer Notfälle, hier vor allem Schlaganfall, wird auf höchstem Niveau gewährleistet.
Ein wesentlicher Schwerpunkt ist die Diagnostik und Behandlung von entzündlichen / autoimmunen Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Neuromyelitis optica Spektrumserkrankung, entzündliche Polyneuropathien, Muskelerkrankungen.
Die Klinik zeichnet sich aus durch die besondere Nähe des Personals (Ärzte, Pflege und Therapeuten) zum Patienten. Wir nehmen Ihre Bedürfnisse sehr ernst und nehmen uns Ihrer sehr gern an.
Unser umfassend ausgebildetes und erfahrenes Ärzteteam mit großer Expertise in Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungsbilder steht Ihnen zur Seite. Ziel ist zum einen eine optimale, patientenorientierte Versorgung und zum anderen ihre Zufriedenheit.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Min-Suk Yoon

Ischämischer Schlaganfall

Der Schlaganfall ist mit ca. 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Symptome können plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen u.a. sein.
Ursache eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Durchblutungsstörungen des Gehirns oder primäre Hirnblutungen. Somit ist jeder Schlaganfall ein Notfall und je schneller solch eine plötzliche Hirndurchblutungsstörung oder Hirnblutung behandelt wird, desto besser sind die Aussichten auf Heilung für den betroffenen Patienten.
Deshalb muss das primäre Ziel sein, Menschen mit einem Schlaganfall schnellstmöglich in eine spezialisierte und zertifizierte Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) zu bringen.
Zur bestmöglichen Versorgung von Schlaganfallpatienten steht in unserer Neurologischen Klinik eine spezialisierte Schlaganfall-Behandlungseinheit (Stroke Unit) zur Verfügung. Wir setzen alle erforderlichen diagnostischen Mittel ein. Dazu gehören z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße und die Schluckendoskopie (FEES).
Die Betreuung erfolgt durch ein spezialisiertes und in der Schlaganfallbehandlung erfahrenes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten, um betroffenen Patienten jederzeit und schnellstmöglich die erforderliche Therapie zukommen zu lassen. Das istz.B. die medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels, welches ein Hirngefäß verschließt, die sogenannte Thrombolyse. Grundsätzlich darf das Medikament nur innerhalb der ersten 4.5h nach Symptombeginn verabreicht werden. In besonderen Fällen, vor allem wenn der Schlaganfall erst nach dem Aufwachen erst bemerkt wird, kann bei besonderer Konstellation der Befunde (besonderes MRT-Verfahren) das Medikament zum Auflösen des Blutgerinnsels ebenfalls verabreicht werden, auch wenn der Beginn der Schlaganfallsymptome unklar bleibt (Wake up Stroke). Dieses MRT-Verfahren wird in unserer Klinik vorgehalten.
Bei lediglich bis zu 10% der Schlagfallpatienten kann entweder das Medikament zum Auflösen des Gerinnsels nicht verabreicht werden oder aber es hilft nur der Einsatz einer mechanischen Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes (Neurothrombektomie).
Durch die Anbindung an das Versorgungsnetzwerk Ruhr garantieren wir die optimale und bestmögliche Versorgung der Patienten, auch im Bereich der mechanischen Rekanalisation. Unsere Stroke Unit ist schon mehrfach durch die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft zertifiziert. Dies garantiert die optimale Versorgung von Schlaganfallpatienten nach festgelegten Standards und neuestem medizinischen Kenntnisstand.

Polyneuropathie (Time is Nerve):

Polyneuropathien kommen sehr häufig in der Bevölkerung vor. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter an. Die Polyneuropathie kann gekennzeichnet sein durch sensible Störungen in den Beinen und/ oder Armen, Lähmungen oder hartnäckige Schmerzen. Die Ursachen der Polyneuropathie sind vielfältig. Am häufigsten ist die Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus) dafür verantwortlich.
In rund 25% der Fälle bleibt die Ursache zunächst unklar, sodass wiederkehrende Untersuchungen sinnvoll sind. Mit etwa 14% nehmen die behandelbaren, entzündlichen Polyneuropathien die dritte Stelle ein. Die mit Abstand häufigste Erkrankung ist die „chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)“.
Neue Arbeiten zeigen, dass Menschen mit Diabetes neunmal häufiger an der CIDP leiden. Damit ist die CIDP eher eine unterdiagnostizierte Erkrankung. Je länger die CIDP unerkannt bleibt, desto höher ist das Risiko einer bleibenden körperlichen Behinderung. In Analogie zum Schlaganfall (jede Minute zählt: Time is Brain) sollte bei entzündlichen Polyneuropathien ebenfalls schnell gehandelt werden, damit irreversible Schäden vermieden werden können (Time is Nerve!).
In der Klinik für Neurologie halten wir alle notwendigen Untersuchungsmethoden vor, die notwendig sind um die CIDP und andere Polyneuropathien zu diagnostizieren. Darüber hinaus werden mit dem Ultraschall die Nerven untersucht, was deutschlandweit nur in wenigen Kliniken angeboten wird. Therapeutisch können alle Standardtherapien und Eskalationstherapien bei schweren Verlaufsformen in der Klinik für Neurologie umgesetzt werden.

Muskelerkrankungen und neuromuskuläre Transmitterstörung

Muskelerkrankungen (Myopathien) können sich verschiedenartig äußern mit Muskelschwund, muskulärer Schwäche und Ermüdung, Muskelzuckungen oder Muskelschmerzen, teilweise mit erhöht nachweisbaren Muskelenzymen im Blut, der Serum-Creatinkinase, sogenannte „CK-Wert-Erhöhungen“.
Ursächlich finden sich Entzündungen (Myositis), Muskelstoffwechselstörungen (z.B. Glykogenosen, Mitochondriopathien), genetisch bedingte Myopathien, Muskeldystrophien oder durch Medikamente ausgelöste Myopathien, wie sie z.B. unter einer Therapie mit Steroiden oder Cholesterinsenkern auftreten können.
Eine gesonderte Gruppe stellen die Störungen an der neuromuskulären Endplatte dar, zu denen die Myasthenia gravis und das Lambert-Eaton-Syndrom gehören.
In unserer Klinik steht die gesamte Bandbreite der elektrophysiologischen Myopathie-Diagnostik zur Verfügung (Myographie, Neurographie, repetitive Reizung), ebenso wie spezifische Untersuchungen einschließlich Muskelbelastungs-/Ischämietest und medikamentöse Tests („Tensilon-Test“). Schluckstörungen werden fiberendoskopisch genauer differenziert (FEES). Darüber hinaus können MRT-Untersuchungen der Muskulatur durchgeführt werden, Herzmuskeluntersuchungen erfolgen durch einen kardiologischen Facharzt.
Im Falle einer notwendigen feingeweblichen Diagnostik können Muskelbiopsien in Zusammenarbeit mit unserer chirurgischen Klinik erfolgen. Die Gewebeproben werden in Kooperation mit der Neuropathologie der Universitätsklinik Essen und dem Muskelzentrum Ruhrgebiet in Bochum untersucht.

Notfälle in der Neurologie

Die Akutversorgung neurologischer Notfälle stellt einen Schwerpunkt unserer täglichen Patientenversorgung dar.
Die Neurologie bietet eine Vielzahl von akuten Erkrankungen die alle in unserer Abteilung versorgt werden. Dabei arbeiten wir je nach Erkrankung mit unterschiedlichen Fachabteilungen bei uns im EvK oder auch extern zusammen. Ob akuter Schlaganfall, zerebrale Krampfanfälle oder Hirnhautentzündung: bei vielen neurologischen Notfällen ist Eile geboten. Eine zeitliche Verzögerung bedeutet häufig eine Verschlechterung des Behandlungsergebnisses. Es gilt, schnell und richtig zu diagnostizieren und so rasch wie möglich mit der Therapie zu beginnen.
Leitsymptome neurologischer Notfälle sind Störungen der Daueraufmerksamkeit (Vigilanzminderung), Bewusstseinsstörungen, Gedächtnisstörung, Kopf-Gesichtsschmerz und akuter Schwindel, akute Augenbewegungsstörung mit Doppelbildern, Meningismus (Nackensteife) sowie auch die akute Sehstörung., Weitere Leitsymptome sind die akute Aphasie (Sprachstörung), akute Lähmungen der Extremitäten , akute Fazialisparese (Lähmung des Gesichtsnervs) oder andere Hirnnervenausfälle, akutes Querschnittssyndrom und akuter Rückenschmerz.
Neben der Versorgung von Schlaganfällen(ischämischer Schlaganfall und intrazerebrale Blutung sowie Subarachnoidalblutung), rücken dabei viele andere Erkrankungen in den Fokus unserer Tätigkeit:
Schädelhirntrauma, Schwindelerkrankungen, Gesichtslähmung, Kopf-und Gesichtsschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz, Arteriitis temporalis etc.) akute Lähmungen der Extremtäten (peripher oder zentral), akute Querschnittssyndrome, Guillain-Barre-Syndrome, akute Muskelerkrankungen und myasthene Krise, akuter Rückenschmerz, epileptische Anfälle und Status epilepticus, Meningitis und Encephalitis, Delir, Bewegungsstörungen (Parkinson, Tremor, Dystonie), Herpes zoster und Intoxikationen.
Unsere Ausstattung und das interdisziplinäre Ambiente des Krankenhauses erlauben es uns, die Versorgung aller Patienten mit oben genannten Erkrankungen auf hohem Niveau sicherzustellen.

Apparatives Leistungsspekrum der neurologischen Klinik

Neben der Erhebung der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung sind zur Abklärung neurologischer Krankheiten oft weitere technische Untersuchungen erforderlich. Zur Beurteilung der Funktion von Nerven und Muskeln, von Rückenmark und Gehirn oder um Infektionen, Gefäßverschlüsse oder Raumforderungen zu erkennen, hält die neurologische Klinik das komplette Spektrum apparativer Möglichkeiten vor:

  • Ultraschall-Diagnostik mittels Doppler- und farbcodierter Duplexsonographie zur Erkennung von Gefäßengen oder- Verschlüssen der hirnversorgenden Gefäße.
  • Vollautomatisierte Schlaganfall-Risiko-Analyse SRA® zum Screening des nicht bekannten Vorhofflimmerns.
  • 24-h Langzeitblutdruckmessung
  • Nerven-Sonographie zur morphologischen Beurteilung umschriebener Störungen peripherer Nerven.
  • Digitale EEG-Registrierungen und Möglichkeit der 24 Stunden-Langzeitregistrierung mittels eines tragbaren Recorders zur Beurteilung unklarer Bewusstseinsstörungen, epileptischer Anfälle oder anderer Beeinträchtigungen der Hirnfunktionen.
  • Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeiten zur Testung der motorischen, sensiblen und vegetativen Funktionen peripherer Nerven und der Nervenwurzeln.
  • Elektromyographie zur Erkennung von Erkrankungen der Muskeln und der Nerven.
  • Multimodale evozierte Potenziale (VEP, SEP, AEP, MEP) zur Beurteilung der Funktion peripherer Nerven und zentraler Leitungsbahnen im Gehirn und Rückenmark.
  • Video-Nystagmographie einschließlich kalorischer Prüfung, Okulographie (Bestimmung der Augenfolgebewegungen) und Drehprüfungen auf elektronisch geregeltem Drehstuhl zur Abklärung von Schwindelerkrankungen sowie zentralen Störungen der Hirnstamm-Funktionen.
  • Videogestützte Fiberendoskopische Schluckuntersuchung Schluckdiagnostik (FEES = fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing) zur Abklärung von Schluckstörungen nach Schlaganfällen, bei Parkinson Erkrankungen oder anderen neurodegenerativen Erkrankungen.
  • Liquoranalytik (Untersuchung des Nervenwassers) zur Frage entzündlicher Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark und Nervenwurzeln.

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