Brustzentrum Augusta Bochum

Die lokale Therapie:

Operation und Bestrahlung

Terminvereinbarung zur Operation: 0234 / 517-2747

Wichtig zu wissen:


Brusterhaltende Operation

Heutzutage kann bei über 70% der Patientinnen eine brusterhaltende Therapie vorgenommen werden. Hierbei wird lediglich der Tumor mit gesundem Randsaum und ein Teil der Achsellymphknoten entfernt. Um den entstandenen Defekt auszugleichen, kommen häufig onkoplastische Operationsmethoden mit oder ohne Bruststraffung zur Anwendung. Bei sehr großer Asymmetrie bieten wir eine angleichende Verkleinerung der anderen Brust entweder gleich oder nach abgeschlossener Primärtherapie an. Eine lokale Strahlentherapie ist bei brusterhaltender Therapie in der Regel indiziert. Nur im Ausnahmefall kann darauf verzichtet werden.

Entfernung der Brustdrüse

In einem kleinen Patientinnenkollektiv muss die Brustdrüse entfernt werden. Je nachdem, ob und wie ein Wiederaufbau der Brust erfolgen soll, kommen unterschiedliche Operationstechniken zur Anwendung. Auf jeden Fall versuchen wir die Brustwarze mit ihrem Warzenhof und möglichst große Hautareale zu erhalten.

Wird keine Brustrekonstruktion gewünscht, kann die Asymmetrie durch Einlage einer Brustprothese aus Silikon in den Büstenhalter bzw. in den Badeanzug von außen ausgeglichen werden. Die spezialisierten Fachkräfte der mit uns zusammenarbeitenden Sanitätshäuser kommen zur Beratung direkt an das Krankenbett.

Wiederaufbau der Brust

Nach Entfernung der Brustdrüse kann sie entweder mit Eigengewebe (Bauchfett, Fettgewebe Gesäßbereich) oder mit Fremdmaterial (Silikonprothese) mit oder ohne Unterstützung von Eigengewebe (Rückenmuskel) wieder aufgebaut werden. Hierbei arbeiten wir eng mit der Plastischen Chirurgie zusammen und führen diesbezügliche Operationen gemeinsam durch.

Leider kommt wegen Begleiterkrankungen nicht für jede Patientin jede Art des Wiederaufbaus in Frage. Deswegen beraten wir Sie im Vorfeld eines vorgesehenen Wiederaufbaus gerne gemeinsam in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch.

Entnahme axillärer Lymphknoten

Die Brustdrüse wird größtenteils über die Lymphknoten der Achselhöhle drainiert. Sind sie vom Ultraschall her unauffällig, werden in der Regel nur die Wächterlymphknoten als Schaltstelle zwischen den Lymphbahnen der Brustdrüse und den übrigen Achsellymphknoten entfernt. Um die Wächterlymphknoten finden zu können, wird am Vortag schwach radioaktive Flüssigkeit in die Brusthaut eingespritzt. Diese breitet sich über die Lymphbahnen aus und reichert sich in den Wächterlymphknoten an. Intraoperativ schlägt die Gammasonde am Ort des/der Wächterlymphknotens aus und kann nachfolgend gezielt entnommen werden.

Bei den meisten Patientinnen sind die Wächterlymphknoten nicht befallen, sodass es bei diesem kleinen Eingriff in der Achselhöhle bleiben kann. Aber auch bei Indikation zur Entnahme weiterer axillärer Lymphknoten, werden wir die Entnahme so schonend wie möglich also mit Erhalt möglichst vieler Lymph- und Nervenbahnen durchführen, damit Funktionseinschränkungen und ein Lymphödem des Armes vermieden wird.

Psychoonkologische Beratung

In unser senologisches Team ist eine Psychoonkologin fest integriert. Im Mittelpunkt der Psychoonkologie stehen die Wechselwirkungen von Körper, Geist und Seele, deren Verständnis eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist.

Oft ist das Ausmaß der seelischen Verletzung durch die Krankheit im ersten Moment noch gar nicht spürbar. Doch im Laufe der Therapie sind viel Betroffene froh, auf psychoonkologische Unterstützung zurückgreifen zu können, um das psychische Gleichgewicht wiederzufinden und Befürchtungen auch bzgl. Sexualität und verändertem Körperbild ansprechen zu können. Die Krankheit wird dadurch insgesamt besser bewältigt. Angehörige können sich den Beratungsgesprächen gerne anschließen. Dies ist für unsere Patientinnen auch ambulant möglich.

Fit durch Physiotherapie

Um die Funktionsfähigkeit des Armes der betroffenen, operierten Seite beizubehalten, sind Krankengymnastik und Lymphdrainage unverzichtbar und fördern den Heilungsprozess. Dies gilt in besonderem Maße für Operationen, bei denen viele Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt wurden.

Die Brustkrebserkrankung führt bei vielen Betroffenen zu erheblichen Verspannungen im Schulter-Arm-Bereich und im Bereich der Halswirbelsäule. Physiotherapie, manuelle Therapie und Massage lindern die Beschwerden.

Deswegen wird jede Patientin unseres Brustzentrums von unseren Physiotherapeuten/innen aufgesucht und Unterstützung angeboten.

Pflegexpertinnen für Brustkrebs

Fester Bestandteil unseres senologischen Teams sind unsere Pflegeexpertinnen für Brustkrebs.

Zu Beginn der Behandlung stellt sich einer der Pflegexpertinnen bei Ihnen vor. Sie wird während Ihres stationären Aufenthaltes Ihre Ansprechpartnerin sein und Ihnen alles, was Ihnen die Ärzte erklärt haben und Sie vielleicht noch nicht richtig verstanden haben, noch einmal erläutern.

Sie haben ihren Namen und können sie jederzeit über die angegebene Telefonnummer erreichen, auch nach Ihrem stationären Aufenthalt. Haben Sie Beschwerden oder unausgesprochene Wünsche, bitte teilen Sie sie ihr mit. Sie ist Ihr Sprachrohr, wenn Ihnen bei der Visite vielleicht nicht alle Fragen eingefallen sind, oder die Ärzte eine Frage nicht ausreichend beantwortet haben.

Interdisziplinäre Tumorkonferenz

Wöchentlich halten wir in unserem spezialisierten Zentrum eine interdisziplinäre Tumorkonferenz mit allen beteiligten Fachdisziplinen und Beteiligung der niedergelassenen Frauenärztinnen/ärzte ab.

In Zusammenschau aller Befunde wird dann ein individuell zugeschnittener, personalisierter Plan für die anschließende Behandlung ausgearbeitet. Nicht immer muss eine Chemotherapie durchgeführt werden. Durch eine Gentypisierung des Tumors kann herausgefunden werden, wer wirklich eine Chemotherapie benötigt.

Da die Brustkrebstherapie zukünftig nur dann optimiert werden kann, wenn die Wirksamkeit neuer Medikamente mit den herkömmlichen verglichen wird, halten wir es für unsere Pflicht, hiermit einverstandene Patientinnen in Studien einzubringen. Das hat den Vorteil, dass neue Medikamente schon lange vor ihrer allgemeinen Zulassung den Patientinnen zu Gute kommen.

Im Anschluß an die Konferenz erläutern wir im abschließenden Therapiegespräch alle noch offenen Fragen und erklären das vorgeschlagene Therapiekonzept.

Strahlentherapie – ergänzt die lokale operative Therapie

Die Strahlentherapie ergänzt die lokale operative Therapie und soll im Operationsgebiet verbliebene Tumorzellen unschädlich machen, um ein Lokalrezidiv zu verhindern. Ziel der Hochpräzisions-Bestrahlungstechniken ist eine genaue und schonende Bestrahlung mit möglichst geringen Nebenwirkungen. Diese betreffen überwiegend die Haut und können gezielt behandelt werden.

Der Zeitraum der Bestrahlung beträgt 4-5 Wochen, die tägliche Bestrahlungsdauer jedoch nur 2 Minuten, sodass dies ambulant möglich ist. Die Ärzte des Strahlentherapie Zentrums Bochum und die Praxis für Strahlentherapie Hattingen verfügen alle über die spezielle Weiterbildung Strahlentherapie.

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